Pressemitteilung:

Statement Mario Beck zur angekündigten Schließung des Conti Werks Karben

2. September 2020

Wie viele in Karben bin ich sehr geschockt. Ich kenne Mitarbeiter hier am Standort Karben. Ich habe gerade online die Berichterstattung in der Hessenschau gesehen, die eine verzweifelte langjährige Mitarbeiterin gezeigt haben - das ging sehr nahe.

Es entspricht nicht meinem Verständnis von sozialer Marktwirtschaft, wenn solche Entscheidungen aus der Ferne via Videobotschaft verkündet werden. Stattdessen müssten sich die Sozialpartner, Unternehmensleitung und Betriebsrat an einen Tisch setzen, wie man den Betriebszweig wettbewerbsfähig aufstellen kann. Dass die Produktion von Tachos in Zeiten der Digitalisierung einem starken Wandel ausgesetzt ist, leuchtet auch mir als Laien ein. Bei den Fahrerassistenz-Systemen würde ich vermuten, dass es sich hierbei um einen Wachstumsmarkt handeln müsste, wenn man technologisch auf der Höhe ist und wettbewerbsfähige Strukturen schafft.

Selbstkritisch muss sich die große Politik aber auch hinterfragen, ob man mit dem teils in Mode gekommenen Auto-Bashing nicht zu stark an dem Ast sägt, der wesentliche Teile unserer Volkswirtschaft einschließlich daran hängender Wertschöpfungsketten in Deutschand repräsentiert.

Ich finde es gut, dass Bürgermeister Guido Rahn alle Fraktionen kurzfristig zu einer Krisensitzung eingeladen hat. Im worst case, wenn tatsächlich die Schließung durchgesetzt wird, was sich nicht hoffen will, stehen wir vor einer Riesen-Aufgabe: Eine Industrie-Brache muss verhindert werden. Stattdessen wäre in diesem Fall mit Hochdruck daran zu arbeiten, alternative Gewerbeansiedlungen und damit Arbeitsplätze für diesen sehr attraktiven Standort zu entwickeln.


Mario Beck