Pressemitteilung:

Rahn: "So viel Bürokratie können wir uns auf Dauer nicht leisten"

10. März 2019

Lag es am leckeren Fischbuffet, an den politischen Rednern oder der Kombination aus beidem? Die Frage nach der hohen Besucherzahl blieb unbeantwortet, jedenfalls freute sich die Karbener CDU über den Zuspruch von mehr als 100 Besuchern bei ihrem traditionellen Heringsessen am Aschermittwoch im Saalbau Schuldt. Klare Antworten gab es dagegen auf die politischen Fragen von Karben bis Brüssel: Landrat Jan Weckler, CDU-Vorsitzender Mario Beck und Bürgermeister Guido Rahn betonten die Wichtigkeit der anstehenden Europawahl und berichteten von den zahlreichen Projekten vor Ort, mit denen Kreis und Stadt in die wachsende Region investieren.

Den Anfang im Rednerreigen machte Mario Beck: "Unserem Land geht es so gut wie nie, die Beschäftigung ist auf einem Rekordhoch, die Staatskassen und Sozialversicherungen verzeichnen Überschüsse. Doch dieser Erfolg wird von zwei Seiten in die Zange genommen. Von links findet ein Überbietungswettbewerb an neuen Sozialleistungen statt, ohne die Interessen der Beitragszahler und der künftigen Generationen im Blick zu haben. SPD, Grüne und Linke und leider auch manchmal Teile unserer Partei setzen auf planwirtschaftliche Lösungen, auf Verbote statt auf technischem Fortschritt, so auch beim Klimaschutz. Von rechts wiederum wird das Friedensprojekt Europa, das uns seit 70 Jahren Freiheit, Wohlstand und Sicherheit beschert, leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Als wäre das Brexit-Chaos nicht Mahnung genug, will die AfD allen Ernstes raus aus der EU, sofern dort nicht alles nach deren Pfeife tanzt. Internationale Politik lebt aber vom Kompromiss und nicht von nationalen Egoismen." Beck warb daher vehement, den Europawahlkampf beherzt anzugehen.

Jan Weckler nahm direkt den Ball auf: "Der Brexit ist einer von vielen Gründen, warum die Rhein-Main-Region derzeit boomt. "Diese Sogwirkung spüren wir auch in der Wetterau. Wir sind bereits über 300.000 Einwohner gewachsen und der Trend geht weiter. Besonders hier im Süden der Wetterau sehen wir den Zuzug, aber auch im ländlicheren Ostteil ist eine Trendwende erreicht, wir wachsen auch dort statt zu schrumpfen. Die öffentliche Infrastruktur muss mitwachsen, vor allem unsere Schullandschaft. Ein Beispiel für den Zuzug junger Familien: Wir haben 16% mehr Erstklässler, als sechs Jahre zuvor im Kreis geboren wurden. Die Schülerzahlen sind für uns sehr viel schwieriger zu prognostizieren als früher. Allein in Karben investieren wir im aktuellen Haushalt knapp 9 Millionen Euro in die Schulen." Die Erweiterungen der Grundschulen in Klein- und Groß-Karben sowie Kloppenheim, die neue Außenfassade in Petterweil und die Altbausanierung der Kurt-Schumacher-Schule wusste Weckler aufzuzählen. "Die Zusammenarbeit mit der Stadt Karben ist dabei exzellent. In Kloppenheim galt es, ein Grundstück für die Erweiterung der Grundschule zu finden. Ich bin sehr froh, mit Guido Rahn einen Partner in Karben zu haben, der solche Projekte zügig und mit Elan voranbringt", so Weckler.

Der Gelobte berichtete in seinem Redebeitrag von den vielen Infrastrukturprojekten in Karben, von den Straßensanierungen über die neuen Feuerwehrgerätehäuser in Petterweil und Roggau, über die Nidda-Renaturierung, das Stadtzentrum, den Wohnungsbau bis hin zur neuen Kita in Roggau, die im Zeit- und Kostenplan liege. Karnevalistisch und zugleich Ernst wurde es, als Guido Rahn über den Wahnsinn an Bürokratie berichtete, zum Beispiel beim Boule-Platz in Okarben. "Hier wurde Jahrzehnte lang Fußball gespielt. Nun brauchten wir ein teures Lärmgutachten, um zu beweisen, was jeder weiß: Boule spielen macht kein Krach. In Okarben mussten wir 20 Eidechsen für 80.000 Euro umsiedeln. All das ist teuer, kostet Zeit und ist vom Aufwand-Nutzen-Verhältnis nicht zu vertreten. Das werden wir uns auf Dauer in Deutschland nicht leisten können", mahnte Rahn und rief dazu auf, angesichts guter Finanzverhältnisse in der Stadt weiter Vorsicht walten zu lassen, "es werden auch wieder härtere Zeiten kommen".

Die Christdemokraten freuten sich, neben eigenen Mitgliedern auch viele interessierte Bürger als auch Gäste von der FDP und den Freien Wählern begrüßen zu können. Sie alle gemeinsam ließen sich nach den politischen Reden Hering und Backfisch schmecken und gingen in den geselligen Teil des Abends über.


Rahn: "So viel Bürokratie können wir uns auf Dauer nicht leisten"